5 Facts zur Immobilienbewirtschafterin / zum Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis

Welches sind die wichtigsten 5 Facts zur Immobilienbewirtschafterin / zum Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis?

Immobilienbewirtschafterinnen und Immobilienbewirtschafter übernehmen eine zentrale Rolle in der Verwaltung und Betreuung von Liegenschaften. Sie koordinieren Vermietungen, begleiten Eigentümerinnen und Eigentümer, organisieren Unterhaltsarbeiten und sorgen dafür, dass Immobilien wirtschaftlich und professionell bewirtschaftet werden. Der Vorbereitungskurs ist berufsbegleitend möglich. Die Berufsprüfung mit eidg. Fachausweis richtet sich an Berufsleute mit Erfahrung in der Immobilienbranche und verbindet rechtliches, technisches sowie kaufmännisches Wissen. Die folgenden 5 Facts zeigen, was den Beruf auszeichnet, welche Anerkennung der Abschluss in der Immobilienbranche geniesst und welche Kompetenzen in der Praxis gefragt sind.

Zum Berufsalltag gehören unter anderem Vermietungen, Mietverträge, Wohnungsabnahmen, Budgetplanung, Unterhaltskoordination sowie der Kontakt mit Eigentümern, Mietern und Handwerkern. Immobilienbewirtschafter übernehmen damit eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen. 

Hier sind die Kernaufgaben im Rahmen der ganzheitlichen Bewirtschaftung:

  • Kaufmännische Bewirtschaftung: Dazu gehören die Wiedervermietung von Objekten, die Überprüfung von Mietzinsen, das Inkasso, die Heiz- und Nebenkostenabrechnung sowie die Buchhaltung.
  • Technische Betreuung: Dies umfasst die Instandhaltung und Reparatur der Liegenschaften, die Abnahme und Übergabe von Wohnungen, die Pflege von Aussenanlagen sowie die Koordination von Hauswarten und Handwerkern.
  • Mieterbetreuung: Die Bewirtschafter sind Ansprechpartner für Anliegen und Reklamationen der Mieter und kümmern sich um die Schlichtung von Streitigkeiten.
  • Stockwerkeigentum (STWEG): Sie führen Eigentümerversammlungen durch und betreuen komplexe Eigentümergemeinschaften.
    Steuerliche Optimierung: Die Bewirtschafter unterstützen bei der Optimierung der Mehrwertsteuer und verhindern Steuerrisiken im Immobilienportfolio.

Zur eidg. Berufsprüfung Immobilienbewirtschafter/in wird nur zugelassen, wer bereits mehrere Jahre Praxis in der Immobilienwirtschaft nachweisen kann. Gefordert werden – je nach Vorbildung – mindestens drei bis fünf Jahre Berufserfahrung in der Immobilienbranche. 

Notwendige Berufserfahrung (Praxisnachweis):

  • Mindestens 3 Jahre Berufspraxis (bei einem 100%-Pensum) in einem Beruf der Immobilienwirtschaft zum Zeitpunkt der Prüfung.
  • Bei einem geringeren Pensum verlängert sich die erforderliche Dauer entsprechend.
  • Von diesen 3 Jahren müssen mindestens 2 Jahre in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein absolviert worden sein.

Alternative Zulassung:

  • Personen, die keinen der geforderten Grundbildungen (siehe unten) vorweisen können, werden zugelassen, wenn sie mindestens 5 Jahre hauptberufliche Praxis im Immobilienbereich nachweisen können.

Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis müssen sich unter anderem im Mietrecht, Vertragswesen, Stockwerkeigentum und in administrativen Prozessen auskennen. Deshalb gehören rechtliche Grundlagen zu den zentralen Themen der Weiterbildung. 

Hier sind die zentralen rechtlichen Bereiche, in denen ein Bewirtschafter fundiertes Wissen benötigt:

  • Mietrecht (OR): Dies ist der Kernbereich. Es umfasst den Abschluss und die Kündigung von Mietverträgen, die Festlegung und Anpassung von Mietzinsen, die Abwicklung von Mietzinsanpassungen (Referenzzinssatz) sowie die Kenntnis über Rechte und Pflichten bei Mängeln in der Mietwohnung.
  • Stockwerkeigentum (ZGB): Hierzu gehören Kenntnisse über die Begründung und Verwaltung von Stockwerkeigentum, die Organisation von Eigentümerversammlungen sowie die Durchsetzung von Reglementen.
  • Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (SchKG): Bei Mietzinsausständen ist das korrekte Vorgehen im Inkasso- und Mahnwesen, einschliesslich der Betreibung, essenziell.
  • Umwelt-, Planungs- und Baurecht: Kenntnisse in diesem Bereich sind wichtig für den Unterhalt von Immobilien, bei Sanierungen und der Einhaltung von Sicherheitsstandards.
  • Zivilprozessordnung (ZPO): Wissen über die rechtlichen Schritte bei Streitigkeiten vor Schlichtungsbehörden oder Gerichten.

Da viele Teilnehmende bereits in der Immobilienbranche tätig sind, wird der Lehrgang häufig berufsbegleitend angeboten. Dadurch kann das Gelernte direkt im Arbeitsalltag angewendet werden – etwa bei der Betreuung von Mietobjekten oder der Organisation von Unterhaltsarbeiten. 

Hier sind die wichtigsten Fakten dazu:

  • Struktur: Der Unterricht findet meist abends oder am Wochenende statt, sodass eine Anstellung in der Immobilienbranche beibehalten werden kann.
  • Praxisbezug: Die Kurse richten sich an Personen, die bereits im Immobilienbereich tätig sind oder dort Fuss fassen wollen.
  • Inhalte: Die Weiterbildung umfasst rechtliche Grundlagen, Bautechnik, Buchhaltung und HR.

Der Abschluss Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis / Immobilienbewirtschafterin mit eidg. Fachausweis gilt als etablierte Weiterbildung innerhalb der Schweizer Immobilienwirtschaft. Absolventinnen und Absolventen arbeiten beispielsweise bei Immobilienverwaltungen, Generalunternehmen, Pensionskassen oder institutionellen Eigentümern.

Merkmale und Vorteile:

  • National anerkannt: Der Abschluss wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und den Berufsverbänden (z.B. SVIT) getragen.
  • Berufsprüfung (BP): Er wird nach bestandener Berufsprüfung verliehen, die an Personen mit Berufserfahrung in der Immobilienbewirtschaftung richtet.
  • Kompetenznachweis: Inhaber des Fachausweises (oft als Immobilienbewirtschafter/in mit eidg. FA bezeichnet) beweisen vertiefte Kenntnisse in rechtlichen, baulichen und administrativen Belangen.
  • Führungsebene: Der Abschluss qualifiziert für die Bewirtschaftung eigener Portfolios und die Führung kleinerer Teams.